Elga Voss
Vereinfacht ausgedrückt beschäftigt sich die Hamburger Künstlerin Elga Voss in ihren Bildern mit Kontrasten, Polaritäten, der Interaktion von Gegensätzen und zwei dieser Gegensätze sind: Permanente Wandlungen und grafische Systeme – und Systeme haben immer etwas Starres – die ihrer konkreten Bedeutung von der Künstlerin entledigt werden und dafür in eine abstrakte Bildsprache übersetzt werden.
Ein System, mit dem sich Elga Voss in zahlreichen Arbeiten, auch den meisten, die hier ausgestellt sind, beschäftigt hat, sind die 64 Hexagramme des I GING. Das I Ging -wörtlich übersetzt: Das Buch der Wandlungen - ist in der chinesischen Kultur eine Kostbarkeit und wahrscheinlich das älteste Buch unseres Planeten. Die Polarität des Yin und Yang, das kennen wir. Nur wo Gegensätze existieren, entsteht Spannung, fließt Energie – eine Energie, die Elga Voss sich zunutze macht.
Elga Voss hat ihren eigenen, ästhetisch-künstlerischen Zugang zu dem ältesten Buch der Menschheit, zu dem Thema Wandlungen gefunden, einen Zugang, den wir auf uns wirken lassen sollten.
Material nicht als Untergrundsondern als wesentlicher Bestandteil der Gesamtposition. Hier Butterbrot- oder Reispapier, mit seiner besonderen Haptik, dort, abgetrennte, übereinander liegende Papier-Schichten einer Plakatwand – auch das nicht nur Symbol für Wandlung, sondern Wandlung an sich. Kontraste zwischen weichen, formbaren und harten starren – etwa Mettaleinschlüssen.
Spuren von Rost, als Symbol des Wandelbaren. Reduzierte Farbigkeit. Seltene Pigmente, die die Farbigkeit eines Kunstwerks verändern, wenn die Betrachtenden, ihren Blickwinkel ihren Standort verändern. Elga Voss macht mit ihren Kunstwerken so viele Welten auf: Wandlungen, Verwandlungen auf so unterschiedlichen Ebenen.
Wer sich auf Elga Voss Werke einlässt, taucht ein in einen völlig eigenen Kosmoss, der Systeme und der Wandlungen, der Kontraste und Harmonien und auch der unterschiedlichsten Materialien und Techniken.
Ein anderes System, dass sie fasziniert: Seezeichen. Die uns überall begegnen, dort wo Wasser beschiffbarist, Orientierung bieten, Regeln setzen. Aber auch hier geht es Elga Voss nicht um deren Bedeutung, sondern um deren Anmutung ,die ihre ästhetische Abstraktion schafft. Wer die Bedeutung der Seezeichennicht kennt, für den bleiben sie abstrakt und das ist die Ebene, auf der Elga Voss sie verändert, und etwas ganz Neues schafft.
In ihrer "Vino Rosso"-Serie erzählt Elga Voss kleine Geschichten, von Harmonie und Spannung, setzt stille, mal getragene mal kecke, Dialoge in Szene und haucht dabei ihren Objekten Leben ein.