Andreas Grellmann
Andreas Grellmann wurde 1961 in Dresden geboren, wuchs In Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, auf, knüpfte dort früh Kontakte zur alternativen Kunstszene der Stadt, entwickelt einen Faible für Salavdor Dali und Joseph Beuys, begann sich künstlerisch auszuprobieren und studierte schließlich in Heiligendamm, an der Fachhochschule für angewandte Kunst Design, schloß den Studiengang schließlich mit Diplom ab.
Er arbeitete als Innenarchitekt, zog zuerst nach Berlin, dann nach Hamburg, um sich schließlich in Mecklenburg-Vorpommern niederzulassen, lebt heute in Zarrentin und verfügt über ein Atelier in Rögnitz. Dies wird oft von ihm bespielt, da Andreas Grellmann inzwischen der Innenarchitektur den Rücken gekehrt hat und sich ganz der freien Kunst, seiner Kunst widmet.
Die Kraft von Grellmanns Bildern, ihre oft getragene Farbigkeit, vor allem aber dieser besondere Zeichen- und Malstil, der eine ganz intensive Atmosphäre creiert, beeindrucken. Skizzen und Bilder, aufgetragen mit Acrylfarben auf Papier. Die schnelltrocknenden Farben, die pastös aber auch lasierend aufgetragen werden können, erlauben dem Künstler einen impulsiven Angang an seine Werke, die Möglichkeit spontan und schnell auf die künstlerischen Impulse zu reagieren, die in ihm während der Arbeit entstehen. Es sind vor allem Stimmungen, die seine skizzenhaft hingeworfene Menschengruppen transportieren, seine Szenen, Momentaufnahmen, haben ein spezifisches Tempo. Wie verwischte Standbilder eines Films, auf den papierenen Untergrund fixiert.
Grellmanns Bilder stehen in der Tradition großer deutscher Expressionisten: Man darf sich an George Grosz, die Künstlergruppe “Brücke”, oder auch Hans von Marées oder Alfred Kubin erinnert fühlen, und doch hat Andreas eine ganz eigene Bildsprache entwickelt.
In eine schummrige Düsterniss getauchte Szenen, die oft in einer urbanen Kulisse spielen, dunkle, gesetzte, aber gleichzeitig kraftvolle Rottöne, die die oft bedrohlich, zerrissen wirkenden Szenarien intensivieren. In anderen Bildern viele dunkle, schwere Blautöne. Kompositionen, die in sich bis ins letzte Detail stimmig sind, gerade weil sie eben immer diese schemenhafte Anmutung haben.
Die Skizzenhaftigkeit seiner Werke lässt den Betrachter:innen Raum: Raum für Assoziationen und Interpretationen - Raum, sie durch den eigenen Fokus zu ergänzen. Wo vieles nur angedeutet bleibt, darf der Betrachter, die Betrachterin das Gesehene ausdeuten. Es ist kaum möglich, eines der Bilder des Künstlers auf sich wirken zu lassen, ohne sich auf die Sucher nach der Geschichte, dem Kontext zu machen, in dem die mit flüchtigem Pinselstrich eingefangen Szenen stehen.
Genau damit entsteht die Verbindung zwischen Werk und Betrachter:in. Und diese Verbindung, das das Werk der oder dem Betrachtenden fast ausfzwingt, bleibt dadurch zutiefst individuell und subjektiv.
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